hb.net

Auch wenn die meisten Bauherren und Hauseigentümer grundsätzlich dazu bereit sind, ihr Haus energiesparend und klimaschonend zu bauen oder zu modernisieren, müssen die dafür nötigen Investitionskosten aufgebracht werden. Viele Hauseigentümer und Bauherren können die dafür nötigen Mehrkosten nur über Kredite finanzieren, die jedoch die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Maßnahmen mit jedem Prozentpunkt, um den Kreditzinsen steigen, infrage stellt.

Auch der Bundesregierung, den Ländern sowie zahlreichen Kommunen ist bewusst, dass die Bürger finanziell unterstützt werden müssen, wenn die 2011 eingeleitete Klimawende gelingen soll. Die nachfolgende Aufstellung soll einen Überblick über die derzeitigen Fördermöglichkeiten für energetisch zukunftsweisende Haustechnik geben. Dabei kann an dieser Stelle jedoch nur auf Förderungen eingegangen werden, die sich an Eigentümer oder Bauherren von Ein- oder Zweifamilienhäusern richten und bundesweit gelten. Spezielle, nur auf eine bestimmte Region ausgerichtete Förderungen können ebenso wie die Förderungen des Bundes über die Webseite energiefoerderung.info unter Eingabe der Postleitzahl abgefragt werden. Diese Seite wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert und daher ständig aktualisiert.

 

Nachfolgend sind die wichtigsten Fördermaßnahmen aufgeführt:

Baubegleitung

Eigentümer von Wohngebäuden können die Förderung einer Baubegleitung in Anspruch nehmen, wenn es sich um eine energetische Fachplanung im Rahmen der Sanierung eines Hauses zu einem KfW-Effizienzhaus handelt. Gefördert werden Sanierungsmaßnahmen, für die bereits das Programm „Energieeffizient Sanieren“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch genommen wird. Außerdem ist das Leistungsspektrum der Baubegleitung festgelegt. Die Höhe des Zuschusses liegt bei 50 % der förderfähigen Kosten pro Vorhaben und Antragsteller, jedoch bei mindestens 300,-- Euro und höchstens 4.000,-- Euro.

Blockheizkraftwerke (BHKW) mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Betreiber von kleinen BHKW mit einer Leistung von weniger als 50 kW erhalten Zuschläge nach dem Kraft-Wärmekopplungsgesetz für Strom, der mit diesen Anlagen erzeugt und ins öffentliche Stromnetz eingespeist wurde. Dabei werden pro kWh 5,41 Cent gezahlt. Diese Regelung gilt für neue BHKW, die zwischen dem 19.07.2012 und dem 31.12.2020 in Betrieb genommen wurden oder werden sowie für modernisierte Anlagen. Der Anspruch ist für eine Dauer von zehn Jahren oder 30.000 Betriebsstunden bzw. fünf Jahren oder 15.000 Betriebsstunden gültig. Bei dem Betreiber muss es sich nicht um den Eigentümer der Immobilie handeln. Die Förderung erfolgt in Stufen und richtet sich nach der Höhe der von der Anlage erzeugten elektrischen Leistung.

Brennwertkessel

Im Rahmen der Aktion „Deutschland macht Plus“ fördert der Bund den Einbau oder die Modernisierung von Öl-Brennwerttechnik sowohl ohne als auch mit einer Kombination mit einer thermischen Solaranlage. Kunden erhalten dann eine Heizöl-Prämie, sofern sie einen an der Aktion beteiligten Handwerksbetrieb mit der Montage eines Gerätes beauftragen, das von einem ebenfalls beteiligten Hersteller produziert wurde. Sobald der Kunde nach der Installation bei einem der im Aktionsregister registrierten Mineralölhändler Heizöl bestellt, wird ihm die Prämie beim Kauf von wenigstens 1.500 Litern Heizöl angerechnet, wenn es innerhalb von neun Monaten nach der Installation der Öl-Brennwertheizung getankt wird. Die Prämienhöhe beträgt Ö 300,-- Euro. Außerdem wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Investitionszuschuss von 10 % der Investitionssumme (Programm 430), wenn es sich um eine selbstgenutzte Wohnimmobilie handelt, für die der Bauantrag vor dem 1. Januar 1995 gestellt wurde. Der Zuschuss muss jedoch beantragt werden, bevor die Modernisierungsmaßnahme durchgeführt wird. Die maximale Zuschusshöhe liegt hier bei 5.000 Euro, die im Zuge einer solchen Einzelmaßnahme nicht erreicht werden. Die Aktion wird vom Institut für Wärme und Oeltechnik e. V. (IWO) in Hamburg (www.iwo.de) koordiniert. Das IWO führt ebenfalls die „Aktion Energie-Gewinner“ (Energiegewinner) durch, die verschiedene energetische Maßnahmen finanziell unterstützt. Die zu fördernden Teilnehmer werden durch eine Fachjury des IWO ausgewählt und erhalten eine Förderung, deren Höhe vom eingesparten Primärenergiebedarf abhängt.

Energieberatung

Der Bund fördert eine Energieberatung (www.hausbauberater.de) bei Bestandsbauten, für die bis zum 31. Januar 2002 ein Bauantrag oder eine Bauanzeige gestellt und deren Gebäudehülle später zu max. 50 % verändert wurde. Die Zuwendung erhält der zertifizierte Berater, der auch den Zuwendungsantrag stellt. Die Zuschusshöhe beträgt für Gebäude mit bis zu zwei Wohneinheiten 800,-- Euro, bei Gebäuden mit mindestens drei Wohneinheiten 1.100,-- Euro. In beiden Fällen gilt jedoch ein Höchstzuschuss von 60 % der förderfähigen Honorarkosten. Gefördert wird auch, wenn der Energieberater seinen Bericht der Wohnungseigentümergemeinschaft oder während einer Beiratssitzung vorstellt. Hierfür wird ein Förderbetrag von einmalig 500,-- Euro gezahlt. Darüber hinaus werden ergänzende Hinweise oder thermografische Untersuchungen bezuschusst. Der Bund fördert außerdem verschiedene Beratungsleistungen der Verbraucherzentralen. Nähere Informationen hierzu sowie die Adressen der jeweils zuständigen Verbraucherzentralen sind unter Verbraucherzentralen (www.verbraucherzentrale-energieberatung.de) zu finden.

Weitere Förderungen

Der fördert außerdem Bund mithilfe der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zahlreiche weitere energetische Maßnahmen, die sich sowohl an Bauherren von Neubauten als auch Eigentümer von Bestandsbauten richten. Nähere Informationen sind auf den Webseiten der KfW und des BMVBS - KfW Förderprogramme sowie Bundesbauministerium -  bereitgestellt. Außerdem halten sowohl die Bundesländer als auch zahlreiche Kommunen Fördergelder für energetische Maßnahmen bei Alt- und Neubauten vor.

 

 

© 2016 hausbau-berater.de