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In der Regel wird unter dem Begriff Pelletheizung diejenige Variante verstanden, die als Zentralheizung in Wohnhäusern betrieben wird. Aus Gründen der Vollständigkeit sollen hier jedoch alle heute gebräuchlichen Möglichkeiten, mit Pellets zu heizen, erläutert werden.

 

Pellet-Öfen

PelletheizungEinzeln stehende Pellet-Öfen übernehmen die Funktion eines klassischen Kaminofens, haben jedoch den praktischen Vorteil, dass das Brennmaterial nicht in unregelmäßigen Abständen per Hand nachgelegt werden muss. Sie arbeiten mit einer automatischen Steuerung und verfügen über einen Vorratsbehälter, der eine für bis zu mehrere Tage ausreichende Brennstoffmenge fassen kann. Die entstehende Asche muss manuell entfernt werden. Zahlreiche Modelle können nicht nur zur Beheizung eines einzelnen Raums, sondern auch zur Unterstützung oder sogar als Ersatz der Warmwasserbereitung der zentralen Heizungsanlagen eingesetzt werden.
Die Leistung von einzeln betriebenen Pellet-Öfen liegt bei max. 8 kW.

 

Pellet-Zentralheizungen

Pellet-Zentralheizungen ersetzen Gas- und Ölheizungsanlagen und gelten als umweltfreundliche und preiswertere Alternative zu fossilen Brennstoffen. Sie sind sowohl für Ein- bis Zweifamilienhäuser mit einer Leistung ab 3,9 kW als auch bei einer Zusammenschaltung mehrerer Anlagen (sog. Kaskadenanlagen) für Wohnanlagen einsetzbar.
Die Holzpellets werden mithilfe einer Förderschnecke in den Brennraum der Anlage geleitet. Mit der durch die Verbrennung entstehenden Wärme werden sowohl das Heizungs- als auch das Trinkwasser erwärmt. Da ein Pelletkessel unter Volllast am wirtschaftlichsten funktioniert, ist die richtige Größe das wichtigste Entscheidungskriterium. Kunden können darüber hinaus unter Modellen wählen, die sich hinsichtlich der Wärmedämmung, der Art der Pelletzuführung (automatisch oder halbautomatisch), der Art des Wärmetauschers und des Brennersystems, des Kesselmaterials sowie der Funktionsweise der Reinigung des Gitterrostes (voll- oder halbautomatisch, manuell) unterscheiden.
Da sich ein Pelletkessel nicht schnell regulieren lässt, sind Pufferspeicher sinnvoll. Dabei handelt es sich üblicherweise um Wassertanks, die Leistungsschwankungen und Unterschiede zwischen einer erzeugten und verbrauchten Wärmemenge ausgleichen.
Pellet-Zentralheizungen sind wegen ihrer besonderen Vorrichtungen sowie einer möglichen Anpassung des Kamins in der Anschaffung zunächst teurer als Öl- oder Gasheizungen mit ähnlicher Leistung. Allerdings sind die Brennstoffkosten zum Teil bis zu 50 % niedriger als bei konventionellen Heizsystemen, sodass sich die erhöhten Anschaffungskosten während der Betriebsdauer einer Pellet-Zentralheizung nicht nur amortisieren, sondern dieser Heizungstyp insgesamt deutlich kostengünstiger betrieben werden kann. Bei der Planung muss jedoch der erhöhte Platzbedarf beachtet werden: Für die Lagerung des Brennmaterials eines durchschnittlichen Einfamilienhauses mit einer 15 kw-Heizanlage werden ca. 5-7 Kubikmeter Platz benötigt, das entspricht einem Pellet-Gewicht von 3-5 t. Für große Anlagen mit einer Leistung ab 50 kW ist sogar ein separater Raum für die Brennstofflagerung vorgeschrieben. Der Platzbedarf für Pellets ist im Vergleich zu Heizöl etwa drei Mal so groß.
Kunden, die die Möglichkeit haben, neben Holzpellets auch Scheitholz als Brennmaterial einzusetzen, sollten sich für eine Hybrid- oder Kombianlage entscheiden.

Viele Hersteller bieten Pellet-Zentralheizungen auch in Kombination mit einer Solarthermie-Anlage an. So arbeitet die Pellet-Heizung erst dann, wenn die durch die Solaranlage gelieferte Energie nicht mehr ausreicht, um Heizungs- und Brauchwasser zu erwärmen. Der nötige Kapazitätsausgleich wird durch einen Pufferspeicher gewährleistet. Auf diese Weise kann der Betrieb der Pellet-Zentralheizung unter günstigen Bedingungen um bis zu 30 % verringert werden.
Die heutigen Pelletkessel erreichen bei einem Volllastbetrieb einen Wirkungsgrad von 85-95 %. Noch effizienter arbeiten Brennwert-Pelletkessel: Mit ihnen kann ein Wirkungsgrad von bis zu 106 % erzielt werden.

 

Ergänzende Pelletbrenner

Kunden, die ihr Heizsystem nicht vollständig umstellen möchten, können bei vorhandenen Öl- oder Holzheizungen auf Anbau-Pelletheizungen zurückgreifen. Diese Anlagen arbeiten jedoch nicht so effizient wie eine Pellet-Zentralheizung, da der Brennraum konstruktionsbedingt ungünstiger ausgelegt ist und sich Anbau-Pelletheizungen schlechter steuern lassen. Daher wird der Betrieb einer solchen Anlage nur in einer Mischfunktion, nicht jedoch im Volllastbetrieb empfohlen.

 

Verkaufsformen für Pellets

  • Pellets als Sackware
    Diese Möglichkeit ist die teuerste, eignet sich jedoch, wenn der Pellet-Bedarf wie z. B. beim Betrieb eines einzelnen Pellet-Ofens, nicht sehr groß ist. Die Hersteller verkaufen Paletten, die 50 bis 70 Säcke mit einem Gewicht von je 15 kg umfassen.

  • Pellets in Bigbags
    Diese sehr großen Säcke haben ein Einzelgewicht von 800-1.000 kg und werden auf Paletten per Lkw zum Verbraucher gebracht.

  • Pellets im Tankwagen
    Für den hohen Verbrauch bietet sich die Lieferung der losen Pellets an, die im Tankwagen zum Kunden gebracht werden. Die Pellets werden in den Lagerraum eingeblasen. Die üblichen Liefermengen liegen bei dieser preiswertesten Bezugsform bei 3-10 t.

 

Unter dem Menüpunkt Klimaneutralität von Holzpellets setzen wir uns mit Frage auseinander, ob Pelletheizungen wirklich so umweltfreundlich  sind, wie immer wieder behauptet wird.

 

 

 

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