Ratgeber Heiztechnik

Seit Jahren hält die Beliebtheit von Pelletheizungen an: Seit 2012 hat sich der Bestand jährlich um 35.000 bis 45.000 Anlagen erhöht, Ende 2015 gab es ca. 400.000 Stück. Denjenigen Kunden, die sich für diesen Heizungstyp interessieren, ist im Großen und Ganzen klar, dass sie hierfür mehr Platz benötigen als z. B. für eine Gas-Brennwerttherme: Die Transportschnecke und der Bedarf an Lagerfläche für die Holzpellets müssen von Anfang an in die Überlegungen einbezogen werden. Doch es ist bislang kaum bekannt, dass auch bestimmte Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen, ohne die die Pelletheizung nicht betrieben werden darf.

 

Sicherheitsanforderungen können die Kosten in die Höhe treiben

Der Heizbedarf an Pellets für ein durchschnittliches Einfamilienhaus beträgt etwa 3-4 Tonnen jährlich. Dabei muss hier von einem Gewicht von ca. 650 kg pro Kubikmeter ausgegangen werden. Ein Pelletlager kann also nicht in irgendeinem Raum eingerichtet werden, wenn die nötige Stabilität nicht gewährleistet wird. Es muss immer über einen Boden und Wände aus festem Mauerwerk verfügen.
Aus Holzpellets entweichen verschiedene flüchtige, anorganische und organische Verbindungen. Dazu gehört außer Kohlenstoffdioxid und Kohlenwasserstoffen auch das geschmack-, farb- und geruchlose Kohlenstoffmonoxid (CO). Das giftige CO entsteht immer, wenn Holz gelagert wird, da es durch den Kontakt der natürlichen Fettsäuren mit dem Sauerstoff in der Luft entsteht. Wenn sich die Pellets in einem geschlossenen Tank oder Raum befinden, steigt der CO-Gehalt in der Luft an. Auch ein fehlerhafter Betrieb der Heizungsanlage kann zu der Bildung von Kohlenmonoxid führen. Dem kann nur durch eine sichere Belüftung entgegengewirkt werden. Eine sehr einfache Lösung sind belüftete Lagerdeckel für die Füllstutzen gem. VDI 3664: Sie gewährleisten einen kontrollierten Abzug von schädlichen Gasen. Sie sind über die Fachfirmen im Heizungsbau sowie die Tanklasterfahrer erhältlich.

 

Fachleute empfehlen in jedem Fall eine Reihe von Verhaltensmaßregeln:

  • Mindestens eine Stunde, bevor Pellets angeliefert oder Arbeiten im Pelletlager durchgeführt werden sollen, ist der Heizkessel abzuschalten.
  • Bevor ein Lagerraum betreten wird, sollte er mindestens 15 Minuten gelüftet werden. Wenn möglich, sollte sich eine weitere Person außerhalb des Lagers in Sicht- und Rufweite aufhalten.
  • Im Lagerraum dürfen keine Zündquellen verwendet werden.
  • An der Tür zum Pelletlager sollte sich ein Hinweisschild befinden, das auf das Brennstofflager hinweist.

Der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) weist darauf hin, dass für die Pelletlagerung vorgesehene Räume nie randvoll befüllt werden dürfen. Er rät dazu, sie höchstens zu 2/3 mit dem Pellet-Jahresbedarf aufzufüllen.

Der Raum muss selbstverständlich trocken sein und sollte nach Möglichkeit eine gerade und rechteckige Struktur ohne Verwinkelungen haben. Auch Fenster sind nicht günstig. Damit das Nachrutschen der Holzpellets erleichtert wird, sollte der Boden ein ausreichendes Gefälle zur Anlage haben.  Um der Gefahr einer Staubexplosion vorzubeugen, dürfen sich keine Steckdosen im Lager befinden, die ungeschützt im Mauerwerk befestigt sind.  Die Staubentwicklung und somit die Gefahr einer Entzündung wird deutlich gesenkt, wenn der Lagerraum an der Mauer gegenüber der Einfüllöffnung einen Prallschutz erhält: So zerspringen die Pellets während des Tankvorgangs nicht am festenMauerwerk und es wird weniger Staub freigesetzt.

Außerdem muss darauf geachtet werden, dass eine feuerhemmende Tür in den Lagerraum eingebaut wird. Diese auch als T 30-Tür bezeichneten Modelle entsprechen der Norm EN 1634-1 (Zulassung nach DIN 4102)und halten einer Temperatureinwirkung von 1.000° C für 30 Minuten stand. Sie müssen selbsttätig schließen, damit sie im Brandfall zuverlässig funktionieren.

Alle darüber hinaus gehenden Sicherheitsvorschriften sind in den Feuerungsverordnungen der einzelnen Bundesländer geregelt, die sich überwiegend an die Musterfeuerungsverordnung (MFeuVO) halten. Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks hat die aktuelle Version der MFeuVO auf seiner Website zum Download angeboten: http://www.schornsteinfeger.de/ .

 

 

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